Das war der August 2026



24. August 2026
Samstag wurde mein Vater beerdigt. Dementsprechend hatte ich kein gutes Wochenende und auch an den Tagen davor ging es mir nicht so richtig gut. Aber ab jetzt sollte es einfacher werden. Es gibt noch immer etwas zu organisieren, aber nicht mehr so viel und mit so viel emotionalem Ballast verbunden wie in den letzten Tagen. Wann ein neuer Alltag einkehrt, weiß ich noch nicht. Nach wie vor fühlt sich das alles wie eine Ausnahmesituation an.

13. August 2026
Gestern wurde mir die emotionale Achterbahnfahrt zu viel und ich musste meinen Arbeitstag schon morgens abbrechen. Das Vorgespräch für die Beerdigung war zu viel für mich. Stattdessen habe ich erst einmal ein Schläfchen gehalten bis zum Mittagessen. Und auch nach dem gemeinsamen Essen mit meiner Mutter habe ich erneut die Augen zu gemacht. Das hat geholfen und danach ging es mir deutlich besser.
Am Abend ging die Entspannung weiter, als ich mir die Sonnenfinsternis angeschaut habe. Ich bin mit meiner Mutter ins Hochfeld gefahren, denn die Sonne stand tief und wir brauchten einen halbwegs freien Blick auf den Horizont. Gut anderthalb Stunden standen wir auf dem Parkstreifen und ich habe immer wieder Fotos gemacht, um möglichst viel von dem Schauspiel festzuhalten. Nach der maximalen Verdunkelung (es war hier keine totale Sonnenfinsternis) habe ich noch ein paar Bilder vom abziehenden Mond gemacht, aber die Sonne stand bald so tief, dass sich das nicht mehr gelohnt hat, und wir sind wieder weggefahren, noch bevor die Sonne unterging.

Bei einem Klick auf das Bild kommt nicht die übliche Vergrößerung, sondern ein animiertes Bild mit einigen Bildern meiner Serie.
Den Sonnenfilterhalte habe ich mir in den letzten Wochen selbst so konstruiert, dass er an meinem 400mm Objektiv auf den Bayonett-Anschluss der Gegenlichtblende passt. Danach habe ich ihn 3D gedruckt und ich konnte meine Filterfolie einspannen. Das hat so gut funktioniert, dass man sogar links im Bild Sonnenflecken erkennen kann. Rechts waren gestern keine und daran erkennt man auch, dass die letzten Bilder aus der Serie tatsächlich die wieder frei werdende Sonne zeigen und nicht einfach nur gedrehte Bilder aus der ersten Hälfte sind: hier sind keine Sonnenflecken zu sehen.
Heute konnte ich wieder richtig arbeiten. Der Ruhetag gestern hat geholfen.

11. August 2026
Am Sonntag bin ich zum zweiten Mal Patenonkel geworden. Die Tochter von zwei Studienfreunden wurde in Dortmund getauft. Ich freue mich sehr darüber, dass ich jetzt ihr Patenonkel bin, und ich glaube, wir beiden kommen auch gut miteinander klar. Zur Taufe kamen noch andere Freunde, die ich zum Teil seit meiner Zeit an der Uni nicht mehr gesehen hatte. Das wurde eine schöne Feier.
Gerade jetzt in dieser Zeit tat das wirklich gut.
Gestern Abend kamen mein Bruder und mein Neffe zu Besuch. Wir waren dann mit meiner Mutter zusammen bei Klostermann zum Abendessen. Das war auch gut und hat mir geholfen. Mein Bruder muss gar nicht viel machen bei der Vorbereitung der Beerdigung und bei dem mit dem Todesfall verbundenen Formalkram, aber es ist schön, wenn er einfach da ist. Und heute Nachmittag kommt er wieder nach Suderwich, wenn wir Besuch von unserem Pfarrer bekommen.
Ich erlebe im Moment emotional eine richtige Achterbahnfahrt.

3. August 2026
Ein neuer Alltag ist noch nicht eingekehrt. Meine Mutter und ich essen jeden Mittag gemeinsam. Und danach ist sie häufig bei mir. Wir haben in den letzten Tagen die Trauerkarten fertig gemacht und ich habe sie eben in die Post gegeben. Mittwoch soll auch die Anzeige in der Zeitung erscheinen. Morgen will sich meine Mutter dann um einige Formalitäten kümmern. Ich bin mal gespannt, wie gut das funktionieren wird und wie viel ich davon übernehmen muss. Zum Glück sind Ferien und es gibt nicht allzu viele Aufgaben für den Sport. Denn wenn ich ehrlich bin, überfordert mich das gerade alles ein wenig.