9. Mai 2022
Auf einen Schlag ist es Sommer geworden. Den klaren Himmel gestern Abend habe ich genutzt, um mal wieder mein Teleskop auf den Balkon zu stellen und auf den zunehmenden Mond zu richten.

Ziemlich genau in der Bildmitte an der Tag-Nacht-Grenze liegt das relativ kleine Mare Vaporum. Rechts daneben sieht man das deutlich größere Meer der Heiterkeit (Mare Serenitatis) und darunter das Mare Tranquillitatis. Noch weiter rechts liegt das nahezu runde Mare Crisium. Das Regenmeer (Mare Imbrium) nördlich des Mare Vaporum, getrennt durch die Montes Apenninus liegt noch zum größte Teil auf der Nachtseite.
Dieses Bild entstand als Einzelaufnahme mit meiner Spiegelreflex, aufgenommen durch das 8 Zoll Newton Teleskop. Die 2,5 fach Barlow Linse hatte ich wieder vor der Kamera, sonst wäre der Mond formatfüllend im Bild. So habe ich nur die obere, nördliche Hälfte abgebildet. Mit Gimp habe ich den Kontrast nachgebessert, indem ich den Gamma-Wert abgesenkt habe, und ich habe die Aufnahme mit einem der Standardfilter geschärft.
Die folgenden Detailaufnahmen beinhalten mehr Rechenzeit, denn sie wurden aus Videos extrahiert. Ich habe den Digitalzoom in der untersten Stufe eingestellt, wodurch ein Video-Pixel auch einem Pixel auf dem Kamerachip entspricht. Das sorgt für zusätzliche Vergrößerung. Aus ca. 20 Sekunden Video habe ich mit Registax die besten 25 Bilder entnommen und noch einmal nachbearbeitet. Ich bin von den Ergebnissen wirklich begeistert.

Detailaufnahme vom Mare Vaporum mit den Montes Apenninus am oberen Bildrand. Der helle Krater etwas rechts neben der Bildmitte heißt Manilius. Er hat einen Durchmesser von 38 km. Unten in der Bildmitte sieht man eine lange weiße Linie. Das ist die Rima Hyginus, eine gut 200 km lange und im Durchschnitt 3 km breite Rinne.

Detailaufnahme des Gebiets etwas weiter nördlich. Sehr gut links im Bild zu sehen sind die Krater Aristillus (55 km Durchmesser) und Autolycus (39 km), die westlich der Berge im Mare Imbrium liegen. Die im Bild linken Kraterseiten werden bereits von der Sonne beleuchtet, während die Kraterböden noch im Dunkeln liegen.
Die Berge etwas oberhalb der Bildmitte werden als Montes Caucasus bezeichnet. Im Süden befinden sich die Montes Apenninus. Rechts unten im Bild sieht man einen Teil des Meers der Heiterkeit.

4. Mai 2022
Auf der Arbeit ist ein stressiger Projektabschnitt jetzt fertig und ich habe ein wenig Ruhe. Das passt ganz gut, denn so konnte ich gestern mal für einen halben Tag ins Büro fahren, um meinen neuen Arbeitsplatz aufzubauen. Ab nächster Woche werde ich dann wieder häufiger in Herne arbeiten.
Langeweile kommt bei mir natürlich trotzdem nicht auf, denn im Moment ist jede Menge zu erledigen für den Sport. Ich muss mal wieder Termine jonglieren, haufenweise Mails verschicken und nach Feierabend herum telefonieren. Dazu kommen noch ein paar Sitzungen. Ab Mitte Mai sollte das aber auch besser werden, hoffe ich.
Das Kalenderbild des Monats ist von der Alexander von Humboldt II, aufgenommen 2014, als sie noch weiße Segel hatte. Mittlerweile sind die Segel grün, wie bei der ersten Alex.